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Geschichte

Gründung

Im Zuge des Landausbaues der Karolingerzeit errichtete der grundherrliche Adel im 8. und 9. Jahrhun­dert bei der Rodung in den Wäldern westlich und östlich des Hauptzuges der Haßberge neue Ro­dungsdörfer. Sie tragen Ortsnamen mit der Endung –dorf. Der Name Goßmannsdorf geht auf den Na­men des Grundherrn und Leiter der Siedlung, Gozmar, zurück. Man kann sagen, dass Goßmannsdorf über ein Jahrtausend alt ist. Die Bezeichnung „dorf“ spricht für eine Neuansiedlung geschlossener Art. Sie stützt sich auf das Königsgut Rügheim ab. Erst aus dem Jahre 1231 liegt die erste schriftliche Nachschrift über unser Dorf vor: in einer Urkunde, durch die Ludwig und Herrmann von Raueneck ihre Güter in Goßmannsdorf an das Hochstift Würzburg übertragen. 1244 gibt Ludwig von Raueneck seine Besitzungen in Goßmannsdorf an Würzburg ab. Goßmannsdorf gehörte von da ab zum Würzburger Amt Bramberg.

 

 

Not- und Kriegszeiten

Die Erbauung der noch heute in wesentlichen Teilen erhaltenen Kirchenburg lässt auf Kriegsnöte und räuberische Überfälle im späten Mittelalter schließen. Infolge der hohen erdrückenden Lasten und Fronden schlossen sich auch die Goßmannsdorfer Bauern 1525 dem Bauernkrieg an und eroberten die Bettenburg und die Bramburg.

 

Die Reformation hat in Goßmannsdorf starken Eingang gefunden. Fast sämtliche Einwohner nahmen den evangelischen Glauben an. Gegen Ausgang des 17. Jahrhunderts wurde Goßmannsdorf wieder zur katholischen Religion zurückgeführt. Diese Rekatholisierung gelang nur mit vieler Mühe und großer Anstrengung. 1612 herrschte in Goßmannsdorf die Pest, vom Juni bis November starben 218 Personen. Der Dreißigjährige Krieg hat Goßmannsdorf und seine Einwohner großen Schaden und schweres Leid zugefügt; Besetzungen, Brände, Plünderungen und Hungersnot waren an der Tages­ordnung. Oft flüchteten die Einwohner in die Kirchenburg oder in die Wälder, um sich vor der brutalen Misshandlung und Ausbeutung der jeweiligen Besatzungstruppen zu retten.

 

Die Dorfgemeinde

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden neue Häuser im neuen Fachwerkstil gebaut. In der Zeit nach 1648 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hat Goßmannsdorf sein Gepräge erhalten, das teilweise heute noch bewahrt ist. Das älteste weltliche Gebäude der Gemeinde ist das prächtige Fachwerkhaus der Vogtei, bereits 1595 unter Fürstbischof Julius Echter erbaut. Goßmannsdorf war bis in unser Jahrhundert weitgehend auch ein Handwerkerdorf. Voran ist das Zimmermannshandwerk zu nennen, dessen hohen Leistungsstand die Fachwerkhäuser bekunden; Maurer, Steinhauer, Steinmetzen, Tüncher und Stukkateure sind weiter zu nennen. Von der Leistungsfähigkeit der Steinmetze zeugen die vielen schönen Hoftore.

 

Bildstöcke

Von den vielen schönen Bildstöcken, die Goßmannsdorfs Flur und Dorf zieren, ist der am Ortsausgang nach Eichelsdorf stehende der älteste im ehemaligen Landkreis Hofheim, erstellt im 15. Jahrhundert.

 

19. Jahrhundert

Als das Hochstift Würzburg an Bayern kam, verlor Goßmannsdorf einen Teil seiner dorfeigenen Rechte und die Rechtspflege wurde mit königlicher Verordnung von 1818 weitgehend dem Landgericht in Hofheim zugewiesen. Während der Napoleonischen Kriege erlebte Goßmannsdorf die Einquartierung französischer und später russischer Truppen, deren Verpflegung der Gemeinde bedeutende Kosten verursachte. Im Jahre 1830 besaß Goßmannsdorf 120 Häuser und 645 „Seelen“. Das 19. Jahrhundert war für Goßmannsdorf, abgesehen am Krieg 1870/71, in dem acht junge Männer fielen, ein ruhiges Jahrhundert.

Der alte Friedhof befand sich um die Kirche innerhalb der Mauern. 1819 wurde der heutige Friedhof angelegt.

 

20. Jahrhundert

Der Johanniszweigverein baute in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, allen voran dem 1. Bürgermeister Michael Wüchner, ab Februar 1911 eine Kinderbewahranstalt mit einem finanziellen Grundstock von 1.000 Reichsmark auf. Gebäude und Grundstück in der Königsberger-Straße 28  wurden vom kinderlosen Ehepaar Schwinn der Gemeinde vermacht.

 

 

 

Die ruhige wirtschaftliche Entwicklung währte bis zum 1. Weltkrieg 1914/18, der große Härten und Not brachte. 35 Gefallene und Vermisste hatte das Dorf aufzuweisen. Am oberen Ende des Friedhofs wurde 1927 die Gedächtniskapelle für die Gefallenen der  Kriege errichtet.

Danach erholte sich die Wirtschaft nur langsam und viel zu Anfang der Dreißiger Jahre sehr ab. Sechs Millionen Arbeitslose waren die Folge. Dementsprechend waren auch die äußerst mageren Verdienstmöglichkeiten der hiesigen Arbeiter und Handwerker.  Erst ab 1935 ging es wieder aufwärts. Die hiesige Korbwarenfabrik Laubender beschäftigte viele Ortsbewohner.

 

1928 wurde Pfarrer Philipp Kuhn zum Ehrenbürger von Goßmannsdorf ernannt.

 

Der 2. Weltkrieg 1939/45 brachte noch mehr Leid als der Erste. an Gefallenen und Vermissten meldet die Gedenktafel die hohe Zahl von 51 Männern. Danach litt unter der von den Besatzungsmächten verhängten Demontage vieler Industriewerke die Bevölkerung sehr an allen Versorgungsgütern. Nach 1945 zog ein Flüchtlingsstrom nach Deutschland. Die Einwohnerzahl stieg in diesen Jahren rasch auf 1000 an.

Nach Kriegsende war Wilhelm Sahlender für 1 Jahr Bürgermeister. In der anschließend angesetzten Wahl ging Leo Dünninger als Bürgermeister hervor und war dies bis 1970.

 

Erst ab 1948 mit der Freigabe der neuen Währung kamen auch für Goßmannsdorf bessere Zeiten. 1951/52 bekam Goßmannsdorf die erste Kanalisation mit Ausbau der Hauptstraße.

 

Pfarrer Philipp Kuhn verlässt 1951 Goßmannsdorf und wird im Eichelsdorfer Kloster Ruhestandspfarrer. Pfarrer Artur Saß aus Münsterschwarzach wird sein Nachfolger.

 

1956 wurde der Bau der Wasserleitung in Angriff genommen, die die Haus- und Dorfbrunnen ersetzte. 1957 bis 1960 wurden nach und nach alle Seitenstraßen ausgebaut und staubfrei gemacht.

 

Für die Goßmannsdorfer Kinder und nicht zuletzt auch für die 3 Ordensschwestern war die Einweihung des neuen Kindergartens 1964 ein herausragendes Ereignis.

 

In den Jahren 1967- 69 wurde die Flurbereinigung durchgeführt. Die technische Modernisierung der Landwirtschaft hat seit 1960 Pferde, Ochsen und Kühe als Zugtiere abgelöst. Die teuren, jedoch sehr leistungsfähigen Landmaschinen veranlassten die Arbeiter mit geringen Ackerflächen ihre Felder an größere Bauern für viele Jahre zu verpachten. Auch diese sahen sich genötigt, ihre Betriebe zu spezialisieren. Das ehemalige Bauern- und Handwerkerdorf hat sich vorwiegend zum Arbeiterdorf gewandelt. Auch die neue Siedlung unterhalb des „Multerrangen“ zeigt dies deutlich. Aufgrund der schwierigen Arbeitsplatzsituation ging die Einwohnerzahl von1950 bis 1970 von 1000 auf 840 zurück.

 

 

Bis zum Ende des Schuljahres 1968/69 war die Goßmannsdorfer Schule eine katholische Bekenntnisschule. Dann legte das Volksschulgesetz fest, dass in Bayern nur mehr Jahrgangsklassen gebildet werden sollten. Deshalb schlossen sich die Gemeinden Goßmannsdorf, Ostheim und Rügheim zu einem Schulverband zusammen. Ab dem Schuljahr 1969/70 wurden zwei Klassen im Schulhaus in Rügheim unterrichtet, zwei Klassen in Ostheim und drei Klassen in Goßmannsdorf, wobei die 7. und 8. Jahrgangsstufe eine Klasse bildeten. Die Schüler der 9. Jahrgangsstufe dieser drei Gemeinden wurden  in Hofheim unterrichtet. Ab diesem Schuljahr wurde nämlich die Schulpflicht in Bayern auf neun Jahre verlängert. Erster Schulleiter war Hauptlehrer Höhn in Goßmannsdorf. Ihm folgte ab 1970 Hauptlehrer Görlich in Ostheim. Die Schüler wurden durch das Goßmannsdorfer Busunternehmen Dünninger zu den einzelnen Unterrichtsorten gefahren. Der Schulverband blieb bis zum Ende des Schuljahres 1972/73 bestehen. In der Folgezeit besuchten die Schüler der drei Gemeinden die Verbandsschule in Hofheim. Da dort noch nicht alle Unterrichtsräume fertiggestellt waren, wurden bis zum Ende des ersten Halbjahres 1973/74 mehrere Klassen nach Goßmannsdorf ausgelagert.

Die Gemeinde stellte 1973 dem Musikverein die ehemalige Schulscheune als Probelokal zur Verfügung. In die unteren Räume des großen Schulgebäudes zogen nach entsprechendem Umbau der Gesangverein und der Frauenbund ein. In den oberen Räumen wurde eine Bibliothek eingerichtet.

 

1972 wird die zweite Wasserversorgung zum Feuerlöschen erstellt. Im Hausental wird ein großes Rückhaltebecken, das gleichermaßen als Badesee dient, errichtet. Das Wasser fließt in einer 20 cm starken Rohrleitung zu drei im Dorf verteilten Oberflurhydranten. Von 1976 – 1977 wurde im Dorf die Kanalisierung modernisiert.

 

Durch die Gemeindegebietsreform vom 1. Mai 1978 verlor Goßmannsdorf seine Selbst-ständigkeit als Gemeinde –wie viele anderen Dörfer- und wurde damit einer der zehn Stadtteile von Hofheim. Auch die Pfarrstelle ging verloren. Ab 1979 hat Goßmannsdorf mit dem Wegzug des Geistlichen Rates  Dr. Schwind keinen Pfarrer mehr. Die Kirchengemeinde wird seitdem vom Pfarramt Hofheim betreut.

 

1985 wurde ein Pfarrheim gebaut. Die ganze Bevölkerung kann es nutzen. Es stellt eine weitere Bereicherung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Gemeinde dar. Ebenso 1985 wurde am "Multerrangen" ein neues Eichenkreuz errichtet.

 

Der Künstler und Ehrenbürger Josef Versl beehrte die Goßmannsdorfer Bürger 1988 mit einer Bilder- und Gemäldeausstellung "Goßmannsdorfer Motive" aus seiner früheren Schaffensperiode im Haßgau.

 

Durch die Öffnung der Grenzen zur DDR im Jahre 1989 wurden bereits viele Kontakte privat und auf Vereinsebene geknüpft.

 

Am 08.September 1990 wurde das neue Sportheim des Turn- und Sportvereins unter Teilnahme einer großen Zahl von Persönlichkeiten aus Politik und Sport feierlich eingeweiht.

 

Ehrenbürger Josef Versl stirbt 1993  mit 92 Jahren in Würzburg. Ihm folgt 1 Jahr später Ehrenbürger Prof. Dr. Josef Dünninger mit 88 Jahren.

 

Eine umfangreiche Innenrenovierung der Kirche St. Margaretha findet 1995-96 statt. Die Gebrüder Wald aus Fladungen restaurieren die beiden Seitenaltäre und führen diese wieder farblich auf ihren ursprünglichen Zustand von 1756  zurück.

Das bis 1979 genutze Pfarrhaus in der Pfarrgasse wird 2007 abgerissen. Die freie Fläche dient als Parkplatz für das Pfarrheim.

 

 

 


Quellennachweis:

  • Pfarrer Dr. Ludwig, Geschichte von Goßmannsdorf     
  • Prof. Dr. Josef Dünninger, Geschichte von Goßmannsdorf
  • 1. Bgmstr. Heinrich Schramm,  "Zum Dorfgeschehen", 21.10.1971. (Duplikat der Beilage in Kirchturmkugel vom 22.10.1971)
  • Oberstleutnant d.D. Phillipp Müller, Ergänzung neuere Geschichte, Festschrift Musikverein Juli 1985
  • Alois Dietz, Festschrift TSV, 2012
  • Michael Wüchner, Überarbeitung und Ergänzung, 2014/15
  • Georg Knörlein, Ergänzungen zur Schulgeschichte 2016