Landtechnik in Goßmannsdorf
Motorisierung
Nach dem Einsatz von Zugtieren, es waren im wesentlichen Pferde, vereinzelt Ochsen und eingewöhnte Kühe, wurden viele Einachsschlepper angeschafft. Schlepper waren einige Zeit nicht erwünscht, weil man zu hohe Schäden durch Bodenverdichtung befürchtete.
Bis auf eine Ausnahme, ein roter Fahr-Einachser, wurden grüne Holder-Einachser gekauft. Bis in den 60er Jahren liefen im Dorf noch 14 Einachsschlepper.
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Fahr-Einachser von Oskar Dünninger | Holder - häufigster Einachser der 50er- und 60er-Jahre |
Holder-Besitzer | Siegmund Laubende, Ewald Becht, Emil Berwind, Josef Dünninger, Ludwig Bock, Karl Weisel, Theo Berwind, Albert Wüchner, Viktor Pfautsch, Leo Dünninger, Erhard Ullrich, Berthold Ullrich, Horst Brecht |
Fahr-Besitzer |
Oskar Dünninger
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Doch im Laufe der Zeit konnten sich die Goßmannsdorfer Bauern dem technischen Fortschritt nicht verschließen. 1953 kam der erste Schlepper ins Dorf. Der Betrieb Josef Mantel schaffte einen 28 PS starken Eicher an. Nach und nach kamen viele Schlepper ins Dorf , einige 16 PS-Eicher von der Hofheimer Fa. Löblein. Aber auch Deutz von der Fa. Gronbach, Hofheim, Porsche von der Fa. Geier, Haßfurt und Fendt von der Baywa Hofheim wurden beschafft. Trotz allem gab es vereinzelt Landwirte, die bis Anfang der 60er Jahre ihren Betrieb nur mit Hilfe von Pferden bewirtschafteten.
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28 PS Eicher von Josef Mantel | 16er Eicher - häufigster Schlepper der 50er-Jahre |
Eine Sonderstellung nahm der Einsatz des Geräteträgers ein. Ein Universalschlepper, mit dem viele Feldarbeiten in einem Arbeitsgang, wie z.B. Düngerstreuen, Säen und Eggen, erledigt werden konnte. Artur Wüchner kaufte 1964 einen Eicher GT 280 mit 30 PS Leistung. Zusatzgeräte wie Kartoffellegemaschine, Hack- und Häufelgerät, und Frontlader gehörten dazu. Das Geräteträgersystem konnte sich aber auf Dauer nicht durchsetzen, weil die Aufkonzentration der Flächen große Maschinenleistungen erforderte, die durch das unflexible System nicht erreicht werden konnten.
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Eicher GT (Wüchner) Baujahr 1964 | Fendt GT (Rohe) |
Weitere in den 60er/70er Jahren in Goßmannsdorf eingesetzte Schlepper
Schlepperbild | Daten | Besitzer |
| Deutz F1L 612/4 11 PS, Nenndrehzahl: 2.100/min. Zylinderanzahl: 1. Hubraum: 763 cm³. Drehmomentanstieg: 3,6 %. Kraftstoff: Diesel. Kühlsystem: Luftkühlung. Getriebe (Schalthebel) hinter der Hinterachse. Tragschlepperkonzept. 6 Vorwärts-, 3 Rückwärtsgänge. Ohne Hydraulik. | Adolf Müller, später Ludwig Schweinfest, |
| Deutz F2L 612/4 22PS, Nenndrehzahl: 2.100/min. Zylinderzahl: 2, Hubraum: 1526 cm³. Drehmomentanstieg: %, Kraftstoff: Diesel. Kühlsystem: Luftkühlung, Getriebe mit Vorschaltgetriebe, 9 Vorwärts-, 2 Rückwärtsgänge. Ohne Hydraulik. | Artur Wüchner |
| Deutz F1 514/51 15 PS, Nenndrehzahl: 1650/min. Zylinderzahl: 1, Hubraum: 1330 cm³. Kühlsystem: Luftkühlung. Getriebe: 5 Vorwärtsgänge 1 Rückwärtsgang. Ohne Hydraulik | Hans-Ludwig Scheuring |
| Fendt Farmer 2D, 28 PS, Nenndrehzahl: 2100/min, Zylinderzahl: 3, Hubraum: 2010 cm³, Kühlsystem: Wasser, Getriebe: 8 Vorwärts, 4 Rückwärts. Hydraulik, | Albin Müller |
| Eicher ED16/II, 16 PS, Nenndrehzahl: 1100/min, Zylinderzahl: 1, Hubraum: 1425 cm³, Kühlsystem: Luftkühlung, Getriebe: 5 Vorwärts, 1 Rückwärts. Ohne Hydraulik. | Edmund Müller, Edgar Rohe, Richard Walter, Anton Berwind, Josef Bühler, |
| Porsche Standard P133, 33 PS, Nenndrehzahl 2000/min. Zylinderzahl 3, Hubraum 2467 cm³, Kühlsystem: Luftkühlung, Getriebe: 5 Vorwärts, 1 Rückwärts. | Walter Höhn-Schüßler, Oskar Götzendorfer |
Diese Konzentration der Nutzflächen auf nur wenige Betriebe bedingte immer leistungsstärḱere Schlepper. Waren es in den 70er Jahren noch Schlepper mit max. 40 bis 60 PS, so waren in den 80er und 90er Jahre schon Schlepper mit 80 - 90 PS. Später waren Leistungsklassen bis 300 PS und mehr erforderlich um die wachsenden Betriebsflächen bewirtschaften zu können.
Erntetechniken
Getreideernte
Eine große Erleichterung gegenüber der Sensenernte* und auch der sog. Ablagetechnik brachte der Mähbinder. Während bei der Ablage die abgelegten Getreidehaufen noch per Hand zusammengerauft und gebunden werden mussten, erledigte dies der Mähbinder, der durch einen Knüpfer das Bindegarn verknotete und die einzelnen Garben dann auswarf.
* Getreideernte ohne maschineller Unterstützung: --> Video
Mähdrescher
1962 kamen die ersten Mähdrescher, die Maschinengemeinschaften gekauft und betrieben wurden. Diese Mähdrescher-Betriebsgemeinschaften (oft als Maschinengemeinschaften oder GbR organisiert) waren ein Zusammenschluss mehrerer Landwirte, um Mähdrescher gemeinsam anzuschaffen, zu nutzen und zu verwalten. Sie dienen dazu, die hohen Fixkosten moderner Erntetechnik auf mehrere Schultern zu verteilen und die Auslastung der Maschinen zu optimieren.
Mähdrescher Bbetriebsgemeinschaften in Goßmannsdorf:
Betriebsgemeinschaft | Mähdrescher Fabrikat/Typ - Motor | Schnittbreite | Technik | Anschaffung-Jahr |
| Siegfried Rößner / Ludwig Müller | Bautz T600 - MWM 40 PS | 2,20 m | Absackstand, Strohpresse | 1962 |
| Artur Wüchner / Ewald Becht | Claas Europa - Perkins 45 PS | 2,10 m | Absackstand, Strohpresse Nachrüstung Korntank | 1962 |
| Hubert und Klemens Friedrich | Bautz T600 - MWM 40 PS | 2,20 m | Absackstand, Strohpresse | 1963 |
| Albin Müller / Emil Berwind | Claas Columbus - Perkins 34 PS | 1,80 m | Korntank, Strohpresse | 1965 |
| Josef Mantel / Hubert Saam /Franz Dünninger | Claas Europa - Perkins 45 PS | 2,10 m | Korntank, Strohpresse | 1965 |
| Erich Jung / Georg Hömer | Claas Columbus - Perkins 34 PS | 1,80 m | Absackstand, Strohpresse | 1965 |
| Hugo Arnold / Edgar Rohe | Claas Columbus - VW 29 PS | 1,80 m | Absackstand, Strohpresse | 1965 |
| Theo Berwind / Oskar Müller / Oskar Götzendorfer | Claas Columbus - Perkins 34 PS | 1,80 m | Absackstand, Strohpresse | 1965 |
| Walter Höhn-Schüssler | Claas Europa - Perkins 45 PS | 2,10 m | Korntank, Strohpresse | 1965 |
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Hauswirtschaft




