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Die Goßmannsdorfer Flurbereinigung

 

Organisation und Ziel:

 

Die Goßmannsdorfer Flurbereinigung wurde von 1960 bis 1974 durchgeführt. Die Gesamtleitung hatte Herr OKBR Rössler vom Flurbereinigungsamt Bamberg.  Die Teilnehmergemeinschaft Goßmannsdorf wurde von deren Vorsitzenden Edmund Müller (danach Viktor Pfautsch) vertreten.  Als Wegebaumeister wurde Georg Fella (Flurer) bestimmt. 

 

 

Vorstandsmitglieder

Stellvertreter

Müller AdolfWüchner Artur
Brecht Horst -> Schramm HeinrichDünninger Adolf
(Kasper Otto) ->(1) Müller Edmund<- (Müller Edmund)
Berwind EmilWalter Albert
(Fella Georg) -> Schweinfest Ludwig<- (Schweinfest Ludwig)
(2) Pfautsch ViktorSahlender Wilhelm
Dünninger FranzMantel Josef
Neubauer OttoLaubender Sigmund

 

 

 

Ziel der Flurbereinigung war die Bildung großer Grundstücksflächen, die Entwässerung von Feuchtgebieten auf Nutzflächen, das teilweise Abflachen von Hügelflächen und den Ausbau der Wirtschaftswege. 

 

Grundstücksflächen:

 

Vor 1960 bestand der Goßmannsdorfer Flur aus ca. 3000 Flurstücken. Davon wurden  2110 Flurstücke in die Bereinigung aufgenommen.  Die gesamte, von 95 Betrieben landwirtschaftlich genutze Fläche betrug 1968 557 ha, nach der Bereinigung 1973 524 ha. Durch die Bildung großer Grundstücksflächen ging die Anzahl der Flurstücke auf 850 Flurstücke zurück. Die Durchschnittsgröße der Flurstücke wuchs von 0,3 ha auf 1,2 ha. Der Neuverteilungsplan wurde im Oktober 1968 offengelegt. 1973 erfolgte abschließend der Eintritt in den neuen Rechtszustand. Mit Bekanntgabe der Ausführungsanordnung Ende Dezember 1973 war damit die Goßmannsdorfer Flurbereinigung abgeschlossen.

 

Jedes landwirtschaftlich genutzte Grundstück trug mit 2390 DM/ha zu den Kosten der Flurbereinigung bei. Langfristig verpachtete Flurstücke wurden mit der Hälfte der Kosten gefördert. Hierfür wurden rund 81.000,- DM Fördergelder bereitgestellt. Bei dieser Gelegenheit wurden in Goßmannsdorf 68 ha langfristig verpachtet.

 

 

Wirtschaftswegebau:

 

Die erste Betonstraße zum Pointhügel wurde 1961 - 1962 gebaut. Folgende Betonwege wurden bis 1974 erstellt: 

 

Name

Wegelänge in km

Hohlsteig-Point

1,5

Eichelsdorfer-Weg 

1,6

Weingarten-Weg

1,5

im Steig

0,5

Lohweg

1,4

Röhricht

0,8

Königsbergerstraße

1,2

Judensteig

0,4

Gesamt:

8,9

 

Darüber hinaus wurden 10 km Fahrwege mit Kies/Schotter oder sonst. Befestigungen und ca. 25 km unbefestigt angelegt. Die Gesamtkosten des Wegebaus, befestigt und unbefestigt, schlugen mit ca. 900 000 DM zu buche.

 

Der Gesamtflächenbedarf für sämtliche öffentliche Anlagen u. a. dem Wege- und Grabenbau und den Ausgleichsmaßnahmen betrug ca. 33,5 ha. Hierfür ergab sich ein Landabzug nach §47 FlurbG von 6,8%. Zu diesem Abzug wurden 492 ha der am Verfahren beteiligten Flurstücke herangezogen.

 

Einige Betonstraßen wurden bis in  die Ortschaft geführt.  Dazu zählen  Eichelsdorferweg (jetzt Bettenburgstraße), Königsberger Straße, Weingartenstraße, Hohlsteigstraße und Judensteig. Dementsprechend profitierte ganz Goßmannsdorf vom Betonstraßenbau der Flurbereinigung.  Der Eichelsdorferweg wurde bis zur Manauer Gemarkungsgrenze auf die von Manau erstellte Betonstraße geführt. Dabei ergab sich eine Anbindung bis nach Eichelsdorf.

 

Ausführung der Betonstraßen:

Die Betonstraßen wurden im Eigenbau erstellt. Das Flurbereinigungsamt Bamberg stellte einen Vorarbeiter bei (Görgl/Krug). 20 Personen aus dem Teilnehmerkreis bildeten eine Mannschaft.  An Material wurde bereitgestellt: 1 Fuhre Zement, 1 Faß Wasser, Kies und Stahlmatten.

Der Kies wurde per Hand in einen Mischbottich geschaufelt, mit Zement und Wasser versehen und unter den Mischer geschoben. Nach intensiver Durchmischung schoben 2 Männer den schweren Mischbottich über Holzbohlen in die vorbereitete Schalung und lösten die Arretierung um den Betons auszukippen. Das Einbringen der Stahlmatten, das Rütteln und das Abreiben waren die letzten Arbeitsschritte für jedes Straßenfeld. Um Risse durch Spannungen im Beton zu vermeiden, wurden nach jedem Straßenfeld mit einer Holzleiste eine Dehnungsfuge angelegt. 

 

Am Tag wurden ca. 50 m Strecke mit ungefähr 18 m³ Beton manuell gebaut. Die Verwendung von Transportbeton war damals nicht möglich, zumal aus Kostengründen eine maximaler Eigenleistung erreicht werden musste. 

 

Die geschaffenen Wegenetze bilden bis heute in der Goßmannsdorfer Flur das Rückgrat der ländlichen Infrastruktur, stoßen aber aufgrund der Strukturveränderungen (Größe der Fahrzeuge) zunehmend an ihre Belastungsgrenzen.

 

 

Entwässerung und Bodenverbesserungen:

 

Im Rahmen der Flurbereinigung wurden 11,7 km offene und verrohrte Wasserläufe neu angelegt. Maßnahmen zur Entwässerung (Drainagen) wurden auf 35 ha durchgeführt. Die Kosten für die Drainung beliefen sich auf ca. 263 000 DM. Der sonstige Wasserbau kostete ca. 214 000 DM.

 

Teilweise massive Erdbewegungen zur Bodenverbesserung und zum Einebnen von hügeligen Flächen fanden auf ca. 50 ha statt. Diese Maßnahmen zur Verbesserung der neuen Grundstücke verursachten Kosten von ca. 300 000 DM. 

 

Weitere Kostenfaktoren waren Vermessung, Vermarkung, Naturschutz und Landschaftspflege und sonstiges mit insgesamt 155 000 DM. Damit ergaben sich für die Flurbereinigung Goßmannsdorf Ausführungskosten von ca. 2,2 Mio DM.

 

 

Teilflurbereinigung B303:

Eine weitere, kleine Flurbereinigung wurde von 1978 bis 1998  durch den Neubau der Bundesstraße B303 erforderlich. In diesem Zusammenhang wurden 43 Besitzstände mit 139 ha bereinigt.

 

 

 

 

Nach einer Faktensammlung von Albin Müller, Goßmannsdorf

Erstellt, mit freundlicher Unterstützung des AfL-Würzburg,

von Michael Wüchner