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Glocken-Ablieferung

 

Ein Tag von besonderer Bedeutung in unserem Dorf ist der 9. März 1942. Zwei Kirchturmglocken im Gesamtgewicht von 1233 kg gelangen für Rüstungszwecke zur Ablieferung.

Kurz vor der Abnahme besteigen Herr Dechant Kuhn, Lehrer Grell und alle Schüler der Oberstufe noch einmal den Kirchturm. Mit Wehmut hören wir Goßmannsdorfer das letzte Mal die ehernen Stimmen unserer klangschönen Glocken. In manchen Kinderaugen stehen die Tränen während des Abschiedläutens.

Vom Zimmerermeister Manger, Hofheim und einigen Gehilfen werden die beiden Glocken mit Flaschenzug vom Turm herabgeholt und zunächst am Lindenplatz vor dem Schulhaus niedergestellt.

Folgende Äußerungen Erwachsener werden laut: „Wir werden sie eben notwendig für Rüstungszwecke brauchen! Wir haben aber doch schon so große Beute gemacht! Das ist der Anfang vom Ende! Wenn man schon die Glocken braucht, dann sieht es nicht zum besten aus!“

Andere sehen in der Glockenabnahme den Kampf gegen die Kirche und sprechen: „Runter kommen sie, rauf nicht mehr!“

 

Die hiesigen Pferdebauern Mantel Franz und Scheuring Ludwig fahren die beiden Glocken nach Hofheim zum Bahnhof, wo sie zum Abtransport per Bahn verladen werden.

 

 

Auszug aus:

Kriegschronik von Goßmannsdorf Band I - Kapitel I,  von Lehrer Rudolf Grell (1939-44)